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Dienstag, 17. September 2013

Pão de queijo (dt. Käsebrötchen)

Im brasilianisch-portugiesisch Kurs lernt man was? Genau, die Sprache. Vielleicht auch noch ein bischen über Land und Leute. Mit Sorai hatten wir riesiges Glück was das alles Angeht. Nicht nur, dass Sorai eine waschechte Brasilianerin ist, nein, sie legte beim Unterricht großen Wert darauf, dass wir die Brasilianer verstehen und kennenlernen.

Die Kurse selber fanden immer Abends nach meiner regulären Arbeit, also ca. 17:30 Uhr statt. Meistens hatten wir beide noch nichts im Magen, was die zweistündigen Unterrichtseinheiten sehr anstrengend machte.

Eines Abends überraschte uns Sorai mit Pãos de queijo. Schon beim Unterricht knurrte uns der Magen, weil es so verführerrisch im ganzen Haus roch. Zu Ende meinte Sorai, "So genug geredet, jetzt sollt ihr auch Mal die brasilianische Küche kennen lernen". Sie öffnete den Backofen und holte zwei frische in Muffinformen gebackene Pãos de queijo aus dem Ofen. Daher also der Geruch!

Bei Pão de queijo handelt es sich um eine Art Käsebrot, wobei das Brot aus Stärke, Käse und Milch besteht. Die genaue Rezeptur lautet:

Pão de queijo 

ca. 30 Brötchen (Muffinformen)

Zutaten:

1 Tasse frische Milch
1 Tasse Öl
3 Eier
3 Tassen Tapiocamehl
200 g Käse (Emmentaler oder Gauda)
Butter
Salz

Zubereitung:

Milch, Öl, Eier, Tapiocamehl und Salz zu einer Masse verarbeiten. Anschließend den geriebenen Käse leicht unterrühren. Muffinschalen mit Butter bestreichen und den Teig in die Mitte der Muffinschalen füllen. Die Masse bei 170 C° im vorgeheizten Ofen für ca. 30 Minuten goldbraun backen.

Das Tapiocamehl gibt es oft in Asia-Shops

Ein besonderer Dank für dieses Rezept geht an Sorai Wirnsberger.

Sonntag, 8. September 2013

Pre-Heimweh

Wie schön, dass man mit der deutschen Sprache so spielen kann und Begriffe schaffen kann, die eig. gar nicht existieren...
Aber diesmal geht dieser Begriff auf Benjamins Kappe.

"Pre-Heimweh" - wenn man bevor man weg ist schon beginnt, die Menschen hier zu vermissen.
Also noch da ist und schon Heimweh hat.
Langsam aber sicher wird's uns, aber vor allem mir klar, dass jetzt doch schon September ist, und es noch genau 20 Tage bis zum großen Abschied sind.
Geflogen wird zwar erst Mitte Oktober, jedoch ist die Wohnung schon zum 1.10. gekündigt -
und daher auch schon Ende September der große Abschied mit Freunden.

Und dann wird einem bei jeder Feier, bei jedem Treffen klarer, dass diese gezählt sind - dass sie immer weniger werden. Dass es dann jetzt bald mal wirklich ernst wird.

Das Schöne an diesem Gefühl? Es wird klar, wie gern man die Menschen wirklich hat. Welche Rolle, Bedeutung sie in meinem Leben haben - was vielleicht vorher gar nicht so bewusst ist.
Dankbarkeit entsteht. Für sovieles an Geschenktem (Zeit, offene Ohren, Freundschaft), das einem da dann auffällt.
Das Unschöne? Es zwickt so ein bisschen. Manchmal ziemlich, manchmal weniger. Und langsam zeigt sich, was der Begriff Neuanfang und Abschied wirklich beinhaltet...

Freitag, 6. September 2013

Von Wandergängen und Stempeln

... könnt ich Geschichten erzählen...

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Und so war ich jetzt 1,5 Wochen mit einer sehr coolen Gruppe pilgern - und viele Pilger haben ja so einen Pilgerpass, indem dann in jedem Ort wos geht ein Stempel kommt, als Nachweis, dass man da war und für einen selbst als Erinnerung.



Als ich dann am Mittwoch meine inzwischen 4-fach beglaubigte Geburtsurkunde gesehen hab  hatte die ziemliche Ähnlichkeit mit meinem Pilgerpass... :)
Und wenn ich im Nachhinein so nachdenke - die ganze Fahrerei zu Ämtern, Behörden und Postämtern hatte auch irgendwie was von Pilgern... so ganz im Entfernten... Immer eine Bitte, ein Anliegen auf den Lippen...

Aber, was das Wichtigste ist: Vorerst ists hoffentlich vorbei - denn: die Visumanträge sind eingereicht und lt. Beamten vom Konsulat die Unterlagen vollständig! Ab jetzt liegts also nicht mehr wirklich in unserer Hand... Und jetzt heißts weiter im Programm - Auszug vorbereiten!

Sonntag, 18. August 2013

Irgendwo zwischen Kisten...eine Mini-Auszeit mit Tankstop

Momentan hör ich eig. ziemlich oft die Frage: "und was machst du bis es losgeht?" und dann könnt ich immer eine Riiiiiiiiiiiiesenliste aufzählen...
Kisten packen, telefonieren mit Behörden, Behörden besuchen, eine enge Freundschaft mit der Post in beiden Ländern aufbauen, Sachen wegschmeißen... etc. pp. Also sind die 2 Monate frei eig. gar nicht so viel frei - im Endeffekt bleiben mir für mich 2,5 Wochen "Urlaub", also auch nicht so viel mehr als bei vielen Studenten oder normal arbeitenden Freunden...

Und ein Mini-Urlaub war am Donnerstag ein Besuch einer Freundin in Mariazell, und jetzt dieses Wochenende, 2 Tage im Stift Kremsmünster.

Wobei der Grund des Aufenthalts eig. nicht vordergründig der Urlaubsgedanke war, sondern die Tatsache, dass der brasilianische Bischof der Diözese Barreiras (Dom Josafa), bei dem wir dann eingesetzt werden, momentan in Österreich ist und uns gerne kennenlernen wollte.

Und am Samstag durften wir ihn treffen! Das Gespräch war echt super - er ist ein sehr sympathischer, dynamischer, lustiger und netter Mann - und dank Sr. Sabinas Übersetzung war auch die Verständigung sehr gut möglich (wobei Ben's Portugiesisch auch schön langsam Form annimmt!).
Und es war einfach wirklich aufbauend zu hören, dass sie sich auf uns freuen, welche Vorstellungen sie für uns/unsere Aufgaben dort haben... etc. pp.

Noch aufbauender war dann heute morgen zu hören, dass nicht nur uns, sondern auch dem Bischof das Gespräch gefallen hatte...
Und das Schöne an Tagen im Stift (und sind sie noch so kurz) ist immer - mal kurz weg von zu Hause, dem Bürokratiestress; die Tatsache, dass man es von dort aus eh nicht ändern kann und daher kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren; und eine Herzlichkeit, die einfach vieles vergessen, und einen selbst wieder auftanken lässt.

Montag, 12. August 2013

T wie...

Türöffner, total freie Bahn, Trost...

Unglaublich... oder: sehr schwer zu begreifen, so lassen sich die letzten Tage und deren Geschehnisse in Worte fassen.

Warum T? Das T bzw. genauer gesagt einen Tau-Anhänger hatten wir vor ca. 2 Wochen, vor unserer Abreise nach Medjugorje, von einem sehr lieben Pater geschenkt bekommen. Kurze Erklärung zum Tau-Zeichen: http://www.franziskaner-minoriten.de/spiritualitaet/das-tau-zeichen
Und seit diesem Zeitpunkt ists als ob das ganze Vorhaben nochmal einen recht guten Schub bekommen hätte...

Nach einer Woche Urlaub in Medjugorje, bei der wir uns super erholt hatten  kam zu Hause erstmal die Ernüchterung: Die Dokumente sind immer noch nicht fertig übersetzt! und wir hatten gehofft, gleich im Anschluss an die Woche zum Konsulat fahren zu können... Denkste. Und dann auch noch die Nachricht, dass zwei Dokumente noch beglaubigt werden müssen, und zwar einmal in AÖ, und einmal in MUC. Naja, dann weiß man, wie man den Tag nach dem Urlaub verbringt - auf Behörden!

Und interessanterweise - bei dem ersten Dokumentenreisetag - keine Wartezeiten, super nette Beamte, alles geht glatt... Ich war schon mal so richtig am Staunen.
Am Tag drauf waren dann auch die Übersetzungen fertig; also gings am Freitag voller Vorfreude ab nach München. Und das noch dazu in Rekordzeit - so schnell waren wir noch nie oben...

Am Anfang ging dann alles auch noch glatt - die Übersetzungen waren abholbereit, beim Landgericht erklärten sie sich nach Nachfrage bereit, innerhalb einer Stunde die Dokumente zu beglaubigen, und so sahs aus, als dass wirs noch rechtzeitig zum Konsulat schaffen.

Und dann beganns: eine Übersetzung fehlte (kamen wir erst später drauf), und unsere beiden internationalen Geburtsurkunden hätten eig. auch noch beglaubigt sein sollen (die Info bekamen wir leider auch erst an diesem Tag...)... Wir wolltens trotzdem versuchen.

Benjamin kümmerte sich um die Übersetzung: 11:05 Landgericht München I; Sprint zur U4 / U5; Als er die Treppe runter kommt fährt gerade die U4 in die richtige Richtung ein. Umsteigen an der Station Lehel in die Trambahn: Treppe hoch Tram hält, kurzer Sprint... geschafft. Ankunft bei der Übersetzerin um 11:25 Uhr. Dokument neu aufbereiten, Übersetzung ausdrucken und wieder los um 11:40 Uhr. Beim Sprint zur Trambahn-Station wird er von der selbigen überholt! Schweißgebadet einsteigen in die Tram. An der Haltestelle Lehel treffen auf Vicky (leider ohne Erfolg); U4 Richtung Hauptbahnhof fährt ein - natürlich ohne Wartezeit :-); Sprint zum Landgericht, Sicherheitskontrolle die 3 an diesem Tag, Ankunft vor dem Amtszimmer um 11:55 Uhr; 12:05 Uhr halten wir die ersehnte beglaubigte Übersetzung in den Händen!

Und dann die Ernüchterung am Konsulat: nicht nur unsere Unterlagen waren fehlerhaft, sondern auf denen aus Brasilien fehlte zum einen eine notarielle Beglaubigung + eine komplette Ausfertigung, da jeder von uns alle Unterlagen vorlegen muss. Die Ernüchterung/Enttäuschung war erstmal groß... Vor allem da uns mit Schaudern einfiel, das letztes Mal bereits die Post einen Monat gebraucht hatte... Aber was tun?

Wenn es wirklich sein soll, dass wir nach Brasilien gehen, warum passiert dann so etwas? Alles aufgeben? Klein beigeben? Uns war klar, ab jetzt brauchen wir ein kleines Wunder und jede Unterstützung, die wir bekommen können. Weil mit der erneuten Zeitverschiebung wird's dann auch bald knapp mit dem geplanten Abreisetermin!

Also: Weiter im Skript! Also Mail ab nach Brasilien; und Kopf hochhalten.
Es kam auch eine recht schnelle Antwort - dass sie versuchen alles zusammenzubekommen, dass es aber höchst unwahrscheinlich ist, dies bis Montag zu schaffen (es war Freitag), um es dem Bischof, der nächste Woche nach Österreich reist, mitzugeben. (war uns auch irgendwie klar). Was bleibt? Egal wie dunkel es ausschaut - Optimismus beibehalten, beten... und Lächeln! (nette Anekdote nebenbei: nachmittags den Ohrwurm "Wunder fragen nicht" von den Sportfreunden und Abends im Gottesdienst aus Ps 23: "und muss ich auch wandern in finsterer Schlucht...")

Und das sollte sich auszahlen... Am nächsten Tag (Samstag) mittags, wieder eine E-Mail im Posteingang - mit der Nachricht, bei der uns buchstäblich der Mund offen stehen blieb:
Die Dokumente waren alle organisiert, beglaubigt und beim Bischof im Handgepäck. (!!!)
Und das INNERHALB von 24 Stunden!!!
Wir staunen wirklich bis heute noch darüber... Und die Hoffnung hat einen ordentlichen Schub nach vorne bekommen. Noch ist nichts in trockenen Tüchern - aber der Optimismus bleibt.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Kaum zu glauben, aber wahr...

... die Unterlagen aus Brasilien sind da!!! Yiiiieeeeha!

Grund des Jubels: Es sind tatsächlich die Originale, die am 21.6. (!) in Brasilien losgeschickt wurden... 3 Tage noch, und sie hätten den Postweg von 1 Monat hinbekommen...

Wir hatten uns ja gedacht, dass es etwas dauern kann, aber vor ca. einer Woche haben wir dann doch die Hoffnung aufgegeben (da sie auch nicht versichert versendet wurden), dass sie noch bei uns ankommen und uns gedacht der Brief wäre irgendwo unterwegs verloren gegangen... kann ja mal vorkommen...

Und hatten daher auch schon wieder bei Martin Bescheid gegeben, ob er nicht die Dokumente ein weiteres Mal beantragen könne, da der Brief wohl irgendwo gestrandet sei...
Bei den Unterlagen geht's um die Einladung, also dass die Diözese uns ausdrücklich als Voluntäre zum Arbeiten einlädt, und das braucht man, um ein Sozialarbeitsvisum zu bekommen... Diese Einladung muss dann auch noch unterschrieben, beglaubigt... etc. pp sein!

Daher wurde das Bauchzwicken dann doch ein bisschen größer, als wir dachten, dass das ganze Procedere jetzt nochmal angestoßen werden muss!
Umso größer die Freude als heute, 18.07., die Unterlagen im Briefkasten waren...
Jetzt brauchen wir nur noch die beglaubigten Übersetzungen unserer eigenen Dokumente und dann wird der Visumantrag eingereicht. Es geht also vorwärts.

Der Beweis (man achte auf den Datumsstempel):

Sonntag, 7. Juli 2013

... geht den IMMER alles glatt??

... nein, natürlich nicht... !

Die Erzählungen bis jetzt klingen so, als ob immer alles ohne jegliche Widerstände abgelaufen wäre. Aber so ists nicht ganz richtig... Wobei wir dankbar sind, dass es bis jetzt noch keine ganz großen Dinger waren (3x auf Holz geklopft).

z.B.? Ein Beispiel dafür ist, dass wir, nachdem sicher war, dass wir runtergehen, natürlich nach Dokumenten fürs Visum etc. gefragt haben - und uns gewundert haben, weshalb so lange keine Antwort kam... Dabei hatten sie in Brasilien mit einem Virus am PC zu kämpfen und waren damit beschäftigt, so viele E-Mails wie möglich zu retten...

Oder auch in den Reaktionen vom Umfeld - so eine Situation, so ein Plan fordert doch auch heraus - und so kams, dass von manchen Seiten, wo wirs nicht erwartet hätten, Verständnis und Freude kam, während hingegen von anderen Seiten, bei denen wir auf genau das hofften uns eher Unverständnis entgegenschlug... Hatte oft so ein bisschen was von Überraschungseier auspacken...

Und im Moment zittern wir z.b. ob die Dokumente fürs Visum auch in Deutschland ankommen - weil sie doch schon vor einiger Zeit losgeschickt wurden, und eigentlich jeden Tag kommen müssten...

Aber im Großen und Ganzen bleibt die Zuversicht, dass sich alles ineinander fügen wird - und Vertrauen, dass es klappt :)