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Mittwoch, 20. Mai 2015

Wieder da. Wieder da?

Ziemlich genau 5 Monate sind jetzt vergangen, seit unser Flug in München ankam. Und mit diesem Eintrag wollen wir den Blog auch erstmal abschließen…

Also, wie gings eigentlich nach der Ankunft weiter? Wir hatten relativ wenigen Bescheid gegeben, wann wir denn wirklich ankommen, weil wir in Ruhe ankommen wollten. Und so wurden wir in Deutschland, genauer München, dann von unserer Familie um ca. 19 Uhr (Flieger hatte bisschen Verspätung) abgeholt. Also: Ankommen ist definitiv komisch!
Wohl war es wirklich schön, die Mama und Papas in die Arme zu schließen – aber irgendwie warn wir noch so gar nicht da… Und dann: der Weihnachtskitsch-Schock. In Brasilien wurde schon auch dekoriert, aber nicht so krass wie in Deutschland. Und es war KALT! Jeder lobte zwar den milden November (von den hiesigen), aber uns fror erstmal einfach nur!
Die ersten 3 Tage verbrachten wir bei unseren Familien, wo auch schon eine Wohnungsbesichtigung (in Burghausen, da wohnen wir jetzt auch) und eine Autoübergabe stattfand – und so konnten wir dann am Sonntag, 30. November nach Kremsmünster schon selbst fahren. Darauf folgten wirklich 2 gesegnete Wochen. Bis Mitte Dezember hatten wir uns einquartiert, um zur Ruhe zu kommen, um ankommen zu können. Und oh, witzig war das wirklich nicht – vor allem bei mir – in den den Nächten träumte ich noch oft von Barreiras, morgens war ich dann verwirrt, wo ich eigentlich bin, warum es denn so kalt ist… Es gab Tage, da gings gut, dann wieder welche, wo man einfach nur aus dem Fenster starren und weinen oder nichts tun möchte. Und diese 2 Wochen wurden wir auch gut betreut, mit einer perfekten Mischung aus Ruhe, Geselligkeit und Vorbereitung aufs hier-sein.

Den Rest des Jahres verbrachten wir bei meiner Mama, schon mit beginnenden Vorbereitungen auf den Einzug in Burghausen. Mit dem Jahreswechsel zogen wir dann in die eigene Wohnung und „der Alltag“ nahm seinen Lauf. Ben begann bei seinem alten Arbeitgeber (der ihn ja „nur“ beurlaubt hatte), und ich machte erstmal eine 4-wöchige Fortbildung. Februar war mit Arbeitssuche gefüllt, und im März hab auch ich zu arbeiten begonnen.
Nebenbei sind wir wie auch vorher jeden Monat am ersten Wochenende zu Besuch im Stift Kremsmünster, zum Jugendtreffpunkt – und auch in unsrer Pfarre versuchen wir uns einzubringen, als Lektoren und Kommunionhelfer. Und natürlich machen wir auch wieder (oder immer noch?) Musik, innerhalb und außerhalb der Kirche.
Die häufigste Frage, die uns gestellt wird, jetzt schon weniger, aber doch immer noch: Seit ihr denn nun schon ganz angekommen? Ehrlich: Darauf gibt es keine einfache Antwort. Auf der einen Seite ja, wir funktionieren im hiesigen Rhythmus. Auf der anderen Seite nein. Es gibt noch vieles, was uns befremdet, wo wir noch nicht so sehr mit klar kommen – und sicher auch Einiges, mit dem wir die Menschen um uns herum befremden. Und an manchen Tagen schlägt die „Saudade“, die Sehnsucht, mit voller Macht zu – und man ist geistig so gar nicht da. An anderen geht’s leichter.

Man glaubt vor dem Rückflug, man würde in sein altes Leben zurückkehren. Aber das stimmt nicht. Der Rahmen bleibt der gleiche, aber Beziehungen und Personen haben sich verändert, auf beiden Seiten. Und so ist die Rückkehr genauso ein Neuanfang wie es das Weggehen war. 

Freitag, 5. Dezember 2014

Der endgültige Abschied

Bis zum letzten Moment versuchten wir die Zeit zu nutzen, um möglichst viel von der Atmosphäre in Barreiras aufzusaugen. Wir besuchten am Sonntag die Abendmesse, ließen uns von unseren Freunden noch mal begrillen, besuchten am Montagmorgen die Frühmesse mit Bischof Dom Josafá bei den Ir. Beneditinas, mit Freunden gingen wir noch Mal mittags in ein Restaurant am Fluss, in den wir nach erledigter Arbeit (Koffer packen) noch Mal badeten, eine gute Freundin besuchte uns noch im letzten Moment, aber dann war es doch soweit.

Pater Iolando holte uns ab und fuhr uns zum Busbahnhof. Kurz nach uns tauchten noch Ir. Sabina mit Ir. Cida und Diakon Martin auf. Das war es also, unser Abschiedskomitee. Wir hatten uns bewusst ein kleines gewünscht… und auch so war es schon schwer genug. Die Menschen, die uns die ganze Zeit über in Brasilien begleitet hatten waren auch am Ende da. Diese drei hörten uns immer zu, wenn wir lustiges oder trauriges zu berichten hatten, wenn es uns gut oder schlecht ging. Bei quasi allen unseren Projekten waren Sie immer irgendwie präsent und haben vermutlich mehr als einmal dafür gesorgt, dass uns die Brasilianer nicht zum Mond schießen.

Und dann einfach in den Bus rein, nachdem der Busfahrer schon hupte. Noch Mal winken und dann ging es los Richtung Salvador. Nach 12 Stunden Fahrt, und einem kotzenden Kind weniger waren wir dann auch schon da. „Jedem schweren Abschied folgt ein herzlicher Empfang“ singen die Wise Guys im Lied, „Wir hatten eine gute Zeit“. Und auch hier in Salvador war das so. Ein strahlender Robinho holte uns vom Bus ab, irgendwie gelang es uns sehr schnell unseren Kofferberg in das Auto zu verfrachten und ab ging es ins Haus von Padre Juraci.

Doch auch hier ist nach einer Nacht und vielen kleinen schönen Erlebnissen die Zeit nun zu Ende. Wir werden noch die Messe in der Gemeinde besuchen und danach direkt zum Flughafen fahren. „Wir hatten eine gute Zeit. Duuu duuu. Die Zeit unsres Lebens. Doch jetzt ist es für uns soweit. Duuu duuu. Wir hatten eine gute Zeit“

Ps: Es ist schwer zu beschreiben, was in einem vorgeht, wenn man die Reise zurück antritt. Wir haben immer betont, dass wir als Schüler, als Volontäre und nicht als Missionare gekommen sind. Jetzt gehen wir dorthin zurück, was wir früher einmal unser zuhause nannten. Aber irgendwie bleibt ein Teil hier in Brasilien. Wir freuen uns auf zuhause, aber wir sind auch traurig, dass wir unsere „neuen“ Freunde, unsere „neue“ Familie wieder verlassen müssen.

Sonntag, 23. November 2014

Wenn es wieder Mangos regnet...

... die Goiabas zu wachsen beginnen und es fast täglich wie aus Kübeln schüttet, also die Regenzeit beginnt, dann wird uns schmerzhaft bewusst, dass der Abschied nahe ist.

Es ist schon witzig: Der hauptgehörteste Satz ist "Die Zeit verging viel zu schnell!" Aber eigentlich ist das gar nicht wahr - denn wenn wir resumieren, drüber nachdenken, was wir alles erleben, erfahren durften, dann ist das ganz schön viel und füllt definitiv 11 Monate und bisschen was ordentlich aus.

Wie verbringen wir jetzt diese Wochen nach der Reise? Zum Einen, haben wir nochmal 2 Wochen gearbeitet - ein klein bisschen Alltag versucht zu leben, angefangene Projekte versucht zu beenden oder zu übergeben. Die Woche jetzt hatten wir frei, um eventuell anfallende Sachen noch erledigen zu können - wir dachten eh, dass nix ansteht, und wir Zeit haben, um zu Lesen, Musik zu machen, zu reflexieren... Dachten! Wie immer liefs anders und dauernd tauchte noch was auf.

Den Umzug bzw. das zurückgeben der Möbel haben wir dann auch mal im 2. Anlauf geschafft (beim ersten war das Pfarrhaus wo sie hin sollten zugesperrt), und den zweiten Koffer (pro Person) gekauft (jaaaaaa, wir haben jetzt mehr Zeugs als bei der Abreise).

Wie gehts uns damit, bzw. um auf Befürchtungen von Freunden einzugehn: Wollen wir überhaupt nach Hause?
Ja klar wollen wir! Wir freun uns schon total darauf, Familie und Freunde wiederzusehen.
Aber: Zum Teil wollen wir bzw. ich auch noch nicht so wirklich.
Denn - in dem Jahr haben wir alles von Null aufgebaut, und jetzt wos schön kuschlig wird, das Nest eingerichtet ist, wieder alles hinten lassen...

Dieser Tage verabschieden wir uns immer wieder von Einzelnen, wo es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass wir sie wiedersehen - aber ganz ehrlich: wirklich begreifen tu ich es nicht. Es fühlt sich an, wie wenn wir jetzt einfach  nur mal für Ferien wegfahren würden.

Dass wir die Erfahrung schon mal so ähnlich gemacht haben, hilft nur begrenzt, denn wehtun tuts jedesmal wieder von Neuem. Aber was diesmal anders ist, ist, dass wir jetzt wissen, wo wir hinkommen, wie die Kultur ist, und wer auf uns wartet - und das mit offenen Armen.
 Und das hilft unglaublich!

Wann wir denn jetzt genau kommen? Bald. :)

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mickymaus im Farbrausch

Und dann ging es fast auch schon wieder nach Hause… ähm… meine natürlich nach Barreiras. Aber vorher wollten wir noch unser touristisches Programm durch zwei Punkte abrunden. Den Besuch in der Beto Carrero World und die Besichtigung von Florianópolis.

Von Blumenau aus ging es, weil auf dem Weg nach Florianópolis direkt zum besagten Vergnügungspark. Und mein erster Eindruck war… Da hat irgendwer Walt Disney kopiert und jede Menge LSD beim Entwerfen der Farbgebung eingeworfen. Tschuldigung, aber dieses Eingangsschloss sieht einfach zu knallig aus.

Ansonsten war ich wirklich positiv von dem Park überrascht. Die Fahrgeschäfte machten alle einen guten Eindruck, der Park war sauber und das Essen in Ordnung. Allerdings waren die Schlangen teilweise sehr lang. Weshalb wir dann am Ende auch „nur“ den Freefalltower mit 100 m (1,5 Stunden warten) und eine Achterbahn (2 Stunden warten) von den „wilden“ Geschäften mitmachten. Dann wollte Vicky noch unbedingt in ein Horrorhaus. Wer mich kennt weiß, dass ich das auch mal auslassen kann, aber gut… ein bisschen Extraeintritt und schon waren wir drinnen, ganz ohne Schlange.

Und es war echt gut gemacht. Immer wieder wiesen uns die verkleideten Parkmitarbeiter darauf hin, nicht im Haus stehen zu bleiben… Ob Blut verschmierter Metzger im Raum mit Menschenteilen oder eine Dame auf einem Bett im Stil von „Der Exorzist“ (Was besonders dem mitlaufenden Pfarrer gut gefiel). Den Abschluss bildete der Kettensägen Mann, der uns auf die Straße jagte. Es ist schon peinlich, wenn einen die restlichen Parkbesucher etwas entsetzt ansehen, wenn man schreiend aus einem Gebäude läuft.

Wesentlich ruhiger war dann der Abschluss im angeschlossenen Tierpark.

Am nächsten Tag ging es dann auf die Insel Florianópolis. Erst besuchten wir die Stadt, die uns schon wieder sehr an Deutschland erinnerte. Alles ruhig, aufgeräumt und grün. Fußgängerzonen und Marktplätze. Hier wurde uns noch Mal bewusst, wie groß und unterschiedlich Brasilien ist. Am Nachmittag fuhren wir über einen der „Berge“ der Insel auf die andere Seite. Dort ließen wir uns am Strand noch ein wenig bräunen. Baden war uns aber dann doch zu kalt.







Den letzten Schreck gab es noch am folgenden Tag am Flughafen. Ich bin ja schon oft geflogen, aber nur ganz selten musste ich bisher mein Handgepäck auf die Waage stellen. Unsere Koffer waren voll und der Flughafenmitarbeiter verlangte, dass wir doch bitte unser Handgepäck auf 5 Kilo reduzieren sollten (Normaler Koffer hatte schon 20, Handgepäck hatte 10). Also machten wir uns direkt am Schalter hektisch ans umpacken. Am Ende ging alles gut, und wir konnten wieder zurück nach Brasilia fliegen. Von dort ging´s dann wieder 10 Stunden nach Barreiras.

Montag, 27. Oktober 2014

Gfeiert wird!



Und wie sichs gehört, mit bewachtem, ordentlichen Parkplatz und rechtzeitig gekauften Eintrittstickets :-). Aber von vorne. Nach der Ankunft in Blumenau meinte Iolando „Wartet mal, ich hab Bekannte hier, ich ruf mal an“. Gesagt, getan. Besagte Bekannte empfingen uns total herzlich, und wollten uns unbedingt zum Abendessen einladen. Was ja auch wirklich toll und lieb ist, nur… Ben und ich hatten uns schon total auf gut bayrische Kost gefreut, daher lehnten wir die Einladung ab. 

Was aber echt cool war: die beiden wussten, wo die Tickets verkauft wurden, und dass es sinnvoll ist, die schon am frühen Abend zu kaufen; und noch dazu verschafften sie uns einen Parkplatz, quasi direkt neben dem Wiesngelände, mit Elektrozaun und Kamera. Gratis. Alle anderen Besucher mit Auto würden dafür mind. 30 Reais (10 €) zahlen… 

So gegen 21 Uhr gings dann ab auf die Wiesn – und es ist total ähnlich und total anders.
Was ist ähnlich? Alle laufen in Trachten rum, es wird gmiatlich „bayrische“ Musik gespielt (vom Prosit, übern Haberfeldtreiber bis zum Skandal im Sperrbezirk); und alle frönen dem Biergenuss. 
Was ist anders? Es ist um einiges kleiner; es gibt nur 4 Pavillions in denen die Bands spielen, und die einer an den anderen gereiht sind; das Essen ist zwar Richtung typisch deutsch aber dann doch nicht ganz (z.B. unser Abendessen waren 2 Bratwürst an einem Spieß und da ne Semmel drumrumgeklappt), und das Gelände außerhalb der Partyzelte ist total anders. Das Außengelände nennt sich „Villa Germanica“ sprich Deutsches Dorf, und ist mit kleinen Häuschen im Fachwerkstil und altmodischen Straßenlaternen versehen. Total süß! 
Und im allgemeinen: Die Stimmung ist viel viel friedlicher! Zumindest am Freitag waren alle, und zwar den ganzen Abend, im „Wir sind alle alle Freunde und haben uns total lieb“ Stimmung. Die Dirndl bzw. Trachten der Mädls sind schon auch anreizend, aber nicht ganz so knapp – weil sie sonst auch nicht reingelassen würden. Durch die Einlasskontrolle in Form von Drehkreuzen muss man nämlich schon wenn man nur aufs Gelände will, nicht nur bei den Pavillons. 

Wir waren natürlich total happy am Freitag. Nicht wg. dem Bier, sondern wegen der Musik: Wenn man zu Haus doch ab und zu mal im Bierzelt (sprich Burghauser Maiwiesn) war, und hier aber 11 Monate auf jedwede Art Bierzeltstimmung verpflichten musste – ja dann, dann freut man sich unglaublich, die Schlager aus der Heimat wieder zu hören. Das Beste war auch eine Diskussion, die ich mit unsern Begleitern hatte: Wir kamen in einen Pavillon, wo gerade der „Haberfeldtreiber (keine Garantie für richtige Rechtschreibung)“ lief. Ich, voller Überzeugung „das muss ne bayrische Band sein, nicht mal andere Bereiche von Deutschland kriegen den Dialekt SO hin!“ Meine Begleiter meinten dagegen, dass die Bands hier das lernen und trainieren… Nun ja, als dann später ein portugiesisches Lied kam, gaben sie sich geschlagen… Denn der Dialekt war dann doch zu eindeutig, als dass sie Brasilianer sein hätten können… 
Bewiesen hat sichs dann am Schluss: Wir trafen diese Band (Deggendorfer Stadtmusikanten) nach Showende auf dem Außengelände, beim Essen wieder. Und ich ging einfach auf die Sängerin zu, beglückwünschte sie (klar, auf bayrisch) zur gelungenen Show. Am Anfang kam ein automatisiertes Danke, bis dann plötzlich die Augen groß wurden und „Moment mal, wieso sprecht ihr Deutsch, will sagen, wieso Bayrisch??“. Worauf wir ein bisschen erklärten was wir hier so machen…

Am Samstag wurde erstmal am Chalé ausgeschlafen, und abends gingen Ben und ich dann alleine aufs Fest (sogar in Tracht!), und verbrachten den ganzen Abend tanzend bei besagter Band (nachdem wir den Vorabend eher im Rundgang verbracht hatten). Dort lernten wir dann noch Blumenauer mit deutschen Wurzeln kennen, die sich immer freuen, wenn sie Gelegenheit haben, sich auf Deutsch zu unterhalten (um nicht alles zu vergessen). 

Es war auf jeden Fall ein gelungenes Fest und Blumenau ist definitiv eine Reise wert (auch wenn wir zugegebenermaßen relativ wenig vom Rest der Stadt mitbekommen haben).

Freitag, 24. Oktober 2014

Auf geht´s zur Wiesn…

Wenn wir schon in der Gegend waren dann wollten wir natürlich auch nach Blumenau. Hier findet alljährlich das Oktoberfest statt. Und wie der Ortsname schon verrät wohnen in Blumenau sehr viele Deutsche.
Auf dem Weg von Florianópolis nach Blumenau fuhren wir noch schnell beim Santuario der Heiligen Paulina vorbei. Da gibt es zum einen eine ältere Kirche und zum anderen eine supermoderne Kirche, das Santuario. Das was die kleine Kirche an Farben und Mustern zu viel hat, fehlt bei der großen völlig. Aber alleine von außen ist die neuere Kirche schon beeindruckend: Die Form soll an die Kappe der Nonnen erinnern.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter, vorbei an Blumenau (mit Stau) Richtung Rodeio, einem kleinen Ort italienischer Auswanderer wo unser Chalé (Hütte) lag. Trotz Navi, stellte sich das als Herausforderung dar. Keine Schilder, keine Straßen auf dem Navi. Also so lange in Richtung des Zielpunktes, bis es nicht mehr weitergeht und dann mal Fragen. Dann umdrehen und feststellen und in die Richtige Straße einbiegen und dann… 8 km Bergauf. 20 Minuten später fuhren wir über eine Kuppe und da war es. Malerisch gelegen mit grünen Wies´n und Fischweihern.

Alles ganz neu (Eröffnung war erst im Mai) aber ganz auf Alt gemacht. Für zwei Nächte bezahlten wir ca. 200 EUR für uns drei und bekamen dafür den oberen Teil eines Hauses mit einem großen Raum mit Küche – Esszimmer – Wohnzimmer – Kombination; zwei Zimmer mit je einem Doppelbett und einem einfachen bzw. einem Stockbett (also für 7 – 8 Personen) und ein kleines Bad. Vor der Tür dann noch ein Fußballplatz, kleine Schwimmbecken und Kinderspielplätze (ohne Kinder).










Kurz ausgeruht von der Fahrt und dann ging es wieder runter ins Tal und von der gründen Wies´n zum Oktoberfest nach Blumenau.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Vom Grillen, Baumstammkirschen und Blumenau



Danach gings dann aber auch wirklich weiter nach Santa Rosa de Lima, wo die Schwiegermutter von Iolandos Schwester wohnte. Im Süden gibt’s, wie auch bei uns, wieder mehr die „kleineren“ Orte, also nicht nur Städte in der Größenordnung wie Barreiras, sondern klein, also so mit 3000 Einwohnern. Santa Rosa ist einer davon.

jabuticaba - baumstammkirsche
Wir wurden allerherzlichst mit einem übervollen Kaffeetisch empfangen – und was Ben und mir
auffiel waren die Jabuticaba-Sträuche. Was ist denn das? Im Wörterbuch wird’s mit „Baumstammkirsche“ übersetzt. Und das hat seine Berechtigung: Denn die Früchte wachsen tatsächlich am Baumstamm, sind dunkelblau/lila und ungefähr Tischtennisball groß. Schale und Kerne werden nicht gegessen, nur das innere rausgezuzlt – was ungefähr so wie unsre Stachelbeeren schmeckt. 

Was auch schön war, war mal wieder einen klassischen Garten mit Salat, Gemüse und Co zu sehen… Klar, im Süden ist das Klima auch nicht so radikal heiß wie in Bahia, wo dir aufgrund der Hitze und dem 6 Monate fehlenden Regen irgendwann alles vertrocknet. Ins Bild von daheim passten nur nicht so ganz die Palmen, Bananenstauden und besagte Jabuticabasträuche. 
In Santa Rosa blieben wir eine Nacht; am nächsten Morgen gings dann weiter zu einem Bauernhof-Hotel (hier kommt der Ökotourismus gerade auf), das gratis Jabuticabalikör und Chachaça-Verkostung dabei hatte.  Und natürlich hinten kleine Lämmchen, Hühner, Ziegen… 

Am Nachmittag hatten wir den absoluten Luxus: Ein Schwimmbad, mit naturwarmen Mineralwasser – nur für uns! Achja, naturwarm heißt 35°C. So quasi ne Badewanne im Freien J. Und wenn man sichs gut gehen lässt, dann gleich ganz: Und so gönnten wir uns dann auch noch eine Hydromassage (Badewanne mit düsen, macht toll viel Schaum, wenn man auch noch Badesalz dazu gibt, aber im Vergleich zum Außenbecken war s Wasser irgendwann echt kühl).

Abends gings zurück nach Florianopolis, um die Koffer umzupacken für die Abreise am nächsten Tag, um, wie sichs gehört, wenn man schon ein Oktoberfest im Land hat, das auch zu genießen.